EINEN ANDEREN WEG

Der Hintern auf dem oberen Foto gehört einem Mädchen. Genauer gesagt einer Frau, die damals, zum Zeitpunkt des Fotos, wohl noch ein Mädchen war. Egal, ich war damals schon in sie verschossen.
Wir besuchten die selbe Schule, sie eine Klassenstufe niedriger als ich. Tagsüber hing sie ständig mit ihren beiden Freundinnen rum, die zusammen einen lustigen Spitznamen hatten, aber das nur am Rande. Ihren Freundeskreis und meinen teilte eine Schnittstelle. Abends, auf Konzerten und in Clubs, war sie schnell bei den coolen Jungs aus der Oberstufe dabei, eine Clique, zu der ich nie Anschluss fand und auf nie ernsthaft welchen gewollt hatte. Maximal wegen ihr.
Sie ist der Inbegriff meines Verständnisses von Schönheit. Tolles, schulterlanges, leicht gelocktes, braunes Haar, eine wundervolle Figur, alles an ihrem Körper ist nicht zu groß, aber auch nicht zu klein. Ein Hintern: Ein Traum, ihr habt ihn gesehen. Sie hat Stil, weiß um ihre Qualitäten, ist aber nicht eingebildet. Tja, und das wars dann auch schon.
Ich habe noch nie mehr als zwei Sätze mündlich mit ihr gewechselt. Gut, sie war auf meinen Feiern, aber auch dort hatten wir nie ernsthaft Kontakt. Sie könnte also strunzdoof sein (Ist sie nicht): Ich würde nichts davon wissen. Ich habe keine Ahnung über ihr Leben, ich kenn sie schlichtweg nicht.
Und, ach, da wäre noch etwas: Sie: schlank, gutaussehend, große Clique. Ich: groß, dick*, leichte Akne, einsam. Scheiße. Zusammenfassend: Wir leben in zwei Verschiedenen Welten. Ich denke oft an sie, sie wahrscheinlich nur bei direktem Kontakt an mich. So geht es mir ständig: Alle Frauen, die ich liebe, gern habe, neben denen ich einmal aufwachen möchte, liegen fernab meiner Reichweite. Selbst fünfundneunzig Prozent aller Frauen, die mir im normalen Alltag als attraktiv auffalen, kommen aus diesem Segment. Was die eine, unabdingliche Frage aufwirft:
Soll ich mich (zum positiven!) verändern, um näher an die Gesellschaft dieser Frauen zu rücken oder sollte ich so bleiben, mich mit der Realität abfinden und den zu mir passenden Topfdeckel finden? Veränderung: den beschissenen Schweinehund überwinden und ein halbes bis ganzes Jahr Ernährungsumstellung. Realität: Vermutlich noch viele Jahre Einsamkeit.
Ich kenne die Antwort. Aber ich kann mich nicht überwinden.
* Nicht zu dick, aber eben auch nicht normal.

Mein Tipp: verändere dich zum Positiven. Für dich und dein Selbstwertgefühl. Diese Eigenschaften, die du an den Frauen magst, sind deine inneren Talente. Das bist Du! Du mußt es nur hervor holen. Durch Realitätsbewältigung…die halt auch mal anstrengend ist…aber dadurch fühlt man sich auch lebendig. Höhen und Tiefen halt. Dadurch reift man.. und wird auch interessanter für andere Menschen.
Ich spreche aus eigener Erfahrung. ..Vor einigen Jahren hab ich auch Männer angeschmachtet, die mich überhaupt nicht wahrgenommen haben. Nach ein paar Jahren kamen die tollsten Traum-Männer auf mich zu…ich zunächst völlig perplex, dachte ich sei im falschen Film. Es geht im Grunde nur um dich und dein Inneres. Deine Selbstwahrnehmung. Auch das, wie du andere Menschen bewertest und siehst. Ich bin nicht die hübscheste, Bin auch kein soziales Tier. Auf mich zurück geworfen musste ich mich intensiv mit mir selbst beschäftigen und mir meine eigenen Ziele im Leben suchen. Dadurch bekommst du Ausstrahlung und ziehst Menschen an, die dir ähnlich sind. Äußerlichkeiten sind nicht so wichtig…eher so etwas wie Körpergefühl…Naja…meine 5 cent…Alles Liebe dir!
Wegen deinen 5 cent schreibe ich dies hier, desshalb kann ich dir dafür nur ums herzlichste danken.
Gerade den Weg zu finden, auf dem ich mich sicher fühle und auf dem ich aus sicherster Überzeugung sagen kann, das er der richtige für mich ist, ist das schwierigste. Ich habe lange Zeit an einen falschen Weg geglaubt, der mir von äußeren Erwartungen vorgegeben wurde und erst spät und zufällig meine eigenen Linien eingebracht. Nun bin ich zumindest beruflich auf einem Pfad, dem ich ruhigen Gewissens folgen kann. Privat jedoch noch lange nicht. Ob der Rest dann von allein kommt? Wohl leider nicht.
Sich zu verändern ist der Weg. Für mich zumindest. Ich arbeite an mir, bemerke Veränderungen - körperlich sehr viel eher als innerlich bzw. hinsichtlich Ausstrahlung und Selbstwahrnehmung. Bisweilen denke ich, das man einfacher 15 Kilo wegtrainiert als ein krampffreies Lächeln aufs Gesicht bekommt. Ob es jetzt genau der richtige Weg ist - wer weiß? Aber es fühlt sich besser an, als im Nichts zu verharren.
Wie kannst Du sie lieben, wenn Du sie gar nicht kennst?
Wie sich das hier liest, schätzt Du an ihr ihre äußere Schale - was wäre, würde sie im nächsten halben Jahr 20 kg zunehmen?