NICHT ERWARTET

Nicht erwartet

Da bietet dir jemand entfernt bekanntes an: Komm, lass uns treffen. Du erfährst mehr über diese Person, tiefgründiges und gedankenschweres. Und mit jedem Wort, jedem Satz baut sich eine Erwartungshaltung in deinem Kopf auf, eine Erwartungshaltung der Person, die ich nicht erfüllen kann und bei der ich mich do so fühle, als müsse ich sie erfüllen. Und ich versuche sie zu erfüllen, merke, das ich genau daran scheitere, ein glattes Gesicht werde, an dem alles abprallt, weil nichts wahr ist.

Wäre ich ohne den Versuch, die Erwartungen zu erfüllen, auch gescheitert?

~ von tatü am 4. August 2007.

Eine Antwort to “NICHT ERWARTET”

  1. Woran gescheitert? Dann wäre nichts dagewesen, an dem man abprallen, scheitern kann. Deine Mauer steht wesentlich höher als alle anderen – und Du hast sie so hoch gebaut, damit Du gar nicht darüber springen kannst.
    Hast Du doch gut hinbekommen, zumindest kannst Du also Mauern bauen. Jetzt musst´ sie eben nur noch ein wenig hübscher gestalten. Und eine Tür in die Mitte bauen, damit Du die auch nutzen kannst.
    Und wer Mauer bauen kann, der bekommt da auch Türen hinein.

    Türen, die eine Entscheidung ermöglichen, ob man sofort und von vorneherein an sich selbst scheitern will – oder ob man die Herausforderung annimmt und den Gegenüber entscheiden lässt, bevor man das vernichtende Urteil selbst fällt und alles verloren ist, selbst wenn man großartige Chancen gehabt hätte.

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