STETS GUTES WOLLEN UND BÖSES SCHAFFEN

Stets das Gute wollen, stehts das Böse schaffen

“Du kannst dich nicht zeigen.” Seit gestern denke ich nahezu pausenlos an diesen Satz. Versuche ihm versteckte Bedeutungen zu entlocken, ihn zu einer Betonung zu zwingen oder mir generell klarzuwerden ob er diesen Satz überhaupt so gesagt hat.

Ich weiß es nicht, ich weiß nichts mehr, nur das auf einmal alle Dämme brachen, ich schluchzte und aus vollem Herzen weinte. Schon in den Minuten davor kämpfte ich mit mir, wollte es nicht zulassen, schluckte das Wasser herunter und blinzelte es weg. So ging es schon die vergangen 75 Stunden mit ihm, meist kam es gar nicht dazu. Ich wollte mich nicht zugeben, mich nicht zeigen.

Nicht zeigen. Da ist es wieder. Vielleicht hat er recht.

Erfahren werde ich das erst später, seine Sommerpause liegt an und der nächste Termin noch einen Monat in der Ferne. Diese Tatsache muss ebenso Ironie des Schicksals sein wie der Satz, der mir noch während des Weinens in den Kopf geschossen kam. Vor langer Zeit sagte er einmal “manchmal muss man vor jemandem weinen können um etwas zu verarbeiten.”

“Jetzt können wir über alles reden” habe ich ihm am Ende der letzten Stunde gesagt, die Tränen unter den Augen waren gerade am trocknen. Er hat mich fragend angeguckt.

~ von tatü am 3. August 2007.

Eine Antwort to “STETS GUTES WOLLEN UND BÖSES SCHAFFEN”

  1. [...] ich bekannte Menschen auf dem Bahnhof treffe. Komische Situationen. Letzter Weinkrampf: Damals, in der letzten Stunde mit ihm. Letztes Buch: Marx heute: Unschlagbare Zitate. Sowas baut mich in energielosen Situationen auf und [...]

Eine Antwort hinterlassen