•26. April 2008 •

Vor wenigen Tagen habe ich meine Psychotherapie beendet. Aus jemandem, der drei Tage die Woche in die Schule ging und die restlichen zwei Tage mit der S-Bahn zwischen zwei Endstationen hin-und-herpendelte ist jemand geworden, der Spaß an der Arbeit hat und dafür kämpft, später mal in seinem Traumjob mit anständiger Bezahlung arbeiten zu können. Ich kann meinem Heißhunger auf fettes widerstehen und schlage viele Gelegenheiten aus, Geld auszugeben. Seit einer Woche renne ich mit vierzig Euro im Geldbeutel herum - das hätte ich früher nicht geschafft. Ich habe 8 Kilo abgenommen und werde hoffentlich mit meinem Jahresabo im Fitnessclub noch weitere 20 Kilo abnehmen. Es geht mir gut.
Einen wahren Freundeskreis habe ich noch immer nicht, bin damit jedoch ganz zufrieden. Mit einem Mädchen aus dem Jugendclub fahre ich öfter auf Konzerte, was auch schon unsere einzige Gemeinsamkeit ist. Unsere Gespräche enden oft abrupt, während der Fahrt in den öffentlichen Verkehrsmitteln schweigen wir uns meist ganzzeitlich an. Wenn ich es nicht besser wüsste würde ich meinen, sie will etwas von mir. Allerdings könnte sie auch schönere und klügere Typen als mich haben, was mich wieder von dem Gedanken abbringt. Was ist es dann - eine Zweckfreundschaft? Sowas gibt es doch nicht. Dennoch: Schweigen ist komisch. Ich werde sie bei guter Gelegenheit mal darauf ansprechen.
Den Rest der Wochen verbringe ich am Computer, manchmal im Kino, selten allein in irgendeinem Café und innerhalb der Woche natürlich auf der Arbeit im Kreise der wirklich netten Kollegen. Ich habe meinen Traumberuf gefunden, und auch wenn ich jetzt noch als Praktikant für etwas mehr als dreihundert Euro monatlich arbeite, hoffe ich schon in fünf oder sechs Jahren das vielfache zu verdienen. Bis zum September 2009 ist mein Einkommen gesichert, ab dann soll der zweite Bildungsweg zum Abitur folgen.
Ich kann mit mir selbst leben. Habe eine neue Frisur, habe letztens über zwei Bahnsteige hinweg über Augenkontakt mit einer jungen Frau geflirtet ohne mich in Grund und Boden zu schämen und bin auch sonst so langsam auf der Augenhöhe aller Menschen angekommen.
Dieser Blog war kleiner Teil meiner Selbsttherapie. Jedem oder jeder, der oder die auch nur einen Satz gelesen hat, danke ich. In den Kommentaren zu diesem Beitrag bin ich (für Fragen, etc.) weiterhin erreichbar, die Emailadresse ist gelöscht.
Strich drunter, das wars.
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